Grafik: medio.tv/Fricke

Gedanken zum Monatsspruch Juni 2024
126-mal Zuspruch

Ich stehe auf dem Dreimetersprungturm im Schwimmbad. Unter mir das Wasser. Ich gehe bis ans Ende des Sprungbretts und schaue hinunter. „Das ist mir zu hoch“, denke ich mir. Mein Körper erstarrt. Ich kann nicht vor oder zurück: Schockstarre.

Da höre ich die Stimme meines Vaters: „Hab keine Angst!“ Ich sehe, wie er zur Absperrung des Beckenrandes schwimmt und mir ein Zeichen gibt. Er würde nach mir tauchen, wenn irgendetwas schiefgehen würde. Ohne zu überlegen, springe ich. Ich weiß: jetzt kann mir nichts passieren. Mein Vater passt auf mich auf. Es sind drei kleine Worte, die den Unterschied gemacht haben. Drei Worte, die mir Sicherheit vermittelt haben. Zu wissen, dass da jemand ist: „Habe keine Angst“ oder „Fürchte dich nicht“, Worte, die mich gestärkt haben.
Solche Situation kennst du bestimmt auch. Handlungsunfähig erstarrt man in einer Situation, die einem die Panik aufsteigen lässt. Wir spüren die Angst in unserem Körper. Da hilft Zuspruch. Zuspruch von den Vertrauten, den Liebsten, Zuspruch von Gott. Ein göttliches „Fürchte dich nicht“, kann da zum rettenden Anker, zum Licht in der Dunkelheit werden. Gottes Zuspruch hilft, wir können darauf vertrauen, dass wir nicht allein sind.  
Auch Mose musste vertrauen, denn seine Ausgangssituation sah aussichtslos aus. Er war gemeinsam mit dem Volk Israel nach langer Tortur aus Ägypten gezogen. Der Pharao ließ sie jedoch verfolgen und holte sie am Schilfmeer ein. Eine gut bewaffnete Armee stand einem fliehenden Volk gegenüber. Sie konnten nicht weg und die Konfrontation wäre tödlich geworden. Doch Gott sagte: „Fürchtet euch nicht! Bleibt stehen und schaut zu, wie der HERR euch rettet!“ Mose teilte das Meer und sie gingen hindurch. Die Ägypter ertranken jedoch. Gott war bei seinem Volk, in tiefster Angst ließ Gott sie nicht allein.   
126-mal steht dieser Zuspruch in der Bibel. 126-mal werden Situationen entschärft und den Menschen Sicherheit und Vertrauen vermittelt. Egal, ob in der Weihnachtsgeschichte oder wie hier vor dem Zusammentreffen vom Volk Israel mit den Ägyptern. Gott ist da, wenn es brenzlich wird, ja fast aussichtslos. Wir dürfen auf Gott vertrauen, unsere Ängste ablegen und uns in Gottes Gnade fallen lassen. In den dunkelsten Stunden sind wir nicht allein. Das ist ein Versprechen, das Halt gibt und uns aus der Schockstarre holen kann. Ein Versprechen, das an keine Bedingungen geknüpft ist und immer gilt.

Amen.

Vikarin Alina Ehrhardt-Niebeling
Vollmarshausen